Xerox Exotique #022: Lanz/Riegler/13 – Hendrik Vinyl – 13.11.2017

Das All-Star Outfit Joke Lanz, Leo Riegler, dieb13 jagt die Genres”Turntablismus” und “Band” durch den kulturellen Teilchenbeschleuniger namens Plattenspieler und lässt sie lautstark kollidieren. Bekannte und unbekannte Sounds werden so lange im Kreis gedreht und aufeinander losgelassen, bis sie in ihre Elementarteilchen zerfallen um sich im Ohr zu re-materialisieren.

Die Drei spielen ausschließlich Turntables, dabei aber mit verteilten Rollen, als ob sie Gitarrist, Schlagzeuger und Keyboarder wären. Sie nehmen den Plattenspieler als Instrument ernst und entlocken ihm bei ihren musikalischen Hochenergie-Kollisions-Experimenten einen ganzen Zoo an hörenswerten Spaltprodukten – ob das Gottesteilchen dabei schon entdeckt wurde, ist unter Experten allerding noch umstritten.

Leo Riegler, geboren am 05.02.1986 in Graz. Lebt als freischaffender Musiker, Komponist und Textautor in Wien. Arbeitet mit elektronischer Hard- und Software, Klavier, Saxophon, Gitarre und Gesang. Seit 2013 gehört er dem künstlerischen Leitungsgremium der Jazzwerkstatt Wien an.

Ab 2008 betrieb er als Mastermind das brachial-dadaistische Kunstprojekt königleopold, mit dem er bis zur Auflösung im Jahr 2015 international für Furore sorgte. Als Mitglied vieler mit der JazzWerkstatt Wien assoziierten Gruppen tritt er regelmäßig im In- und Ausland und bei vielen renommierten Festivals auf. Dazu gehoren das Trio Landl/Hornek/Riegler, das JazzWerkstatt Wien New Ensemble feat. Dorian Concept und auch Studio Dan. Als Solist war er u.a. am Popfest Wien, beim Jazzfest Moers, im WUK, im Porgy & Bess, im Londoner Vortex und im Berliner Festpielhaus zu hören. 2015 war seine Oper “Beyond taste – without sublety” in Kooperation mit dem ensemble fair neue musik zurich in Zürich und Wien zu hören.

Internationale Kollaborationen u. a. mit Elliott Sharp, Christian Weber, Michel Doneda, Clayton Thomas, Matthias Muche, Julien Desprez, Sven Hahne, Jure Pukl, Jeanne Added, Michael Thieke, Seb Rochford, Malcom Braff, ensemble fair neue musik zurich…

leoriegler.at

dieb13: geboren 1973 als Dieter Kovačič.

Seit den späten 80er-Jahren kontinuierliche Arbeit an der Nutzbarmachung von Abspielgeräten fuer Audiokassetten, Vinylschallplatten, CDs, Harddisks und IP-Protokollen als Instrumente. Ab Mitte der 1990er-jahre in der Wiener Elektronik-, Improvisations und Noisemusikszene aktiv.

Soloarbeiten und -Auftritte u.a. als dieb12, dieb13, dieb14, bot, echelon, Dieter Bohlen…

Spielt(e) u.a. bei RISC, efzeg, erik.M/dieb13, dieb13 vs. Takeshi Fumimoto, Swedish Azz, Phil Minton/dieb13, fake the facts, The Residents, Wiener Symphoniker, Nu Ensemble, crsp Gründete das klingt.orgestra.

Auftritte in über 30 Ländern auf vier Kontinenten u.a. bei/in: Phonotaktik Wien & New York, Wien Modern, Donaufestival Krems, Sonicacts Amsterdam, Beyond innocence Osaka, LMC Festival London, Huddersfield contemporary music Festival, Kilbi Diidingen, Maerzmusik Berlin, Kammermusiktage Witten, Musiktage Donaueschingen, Piksel Bergen, CMMAS Morelia, TransArt Bozen, Great performers and ideas Colorado Springs, Bienale Sao Paulo.

Veröffentlichungen auf den Labels 1.8sec, absurd, amoebic, antifrost, charhizma, col legno, corvo, doc, Durian, en/of, editions mego, erstwhile, filmarchiv austria, for4ears, gruenrekorder, grob, hathut, index, interstellar, junkjet, loewenhertz, mego, mikroton, moka bar, nottwo, orf, panrec, pilot. fm, rhiz, sixpack, staalplaat, substance, transacoustic research, the manual, trost, unframed recordings.

Musik für verschiedene Theater-, Tanz-, Opern-, Film- und Videoproduktionen, sowie Installationen und Ausstellungen.

(Co-)Kurator für die Festivals Reheat, Donaufestvial, Wien Modern…

(Mit-)Organisator der Veranstaltungsreihe “der blöde dritte Mittwoch”.

Betreiber der Internetplattform klingt.org.

dieb13.klingt.org

Joke Lanz

* 1965 Basel-Stadt, lebt und arbeitet in Berlin.

Joke Lanz gilt mit Bestimmtheit seit bald 30 Jahren als einer der prominentesten und kreativsten Köpfe der Internationalen Noise und Performance Szene. Sei es mit der Schimpfluch-Gruppe, mit Sudden Infant oder als Turntablist und Performer: Joke Lanz zerstört Erwartungen und Sicherheitsnetze, bricht auf, irritiert und fasziniert.

Bei Christian Marclay hat er mitgewirkt, Thurston Moore hat ihn ge-remixed, mit Peter Kowald, Shelley Hirsch, Z’EV, Astro, Daniel Menche, Lasse Marhaug, Dieb13, GX Jupitter-Larsen, Mat Pogo, Rudolf Eb.er, Johannes Bauer, Martin Tetreault, Audrey Chen u.v.a. hat er Bühne und körperliche Heftigkeit geteilt. Die Liste ist lang. Neulich hat Joke Lanz in Bern und Basel den Adolf Wölfli in einem Theater Stück von Meret Matter gespielt. Er gibt schon mal Workshops in Kairo, zeigt seine Collagen in Tokyo, spielt mit Sudden Infant im 100 Club in London oder scratched als Solist mit dem Radio Symphonieorchester Wien.

Je mehr man ihn hört, desto erkennbarer wird das Massive, das seine Musik besetzt. Die Sounds rütteln am Korper, Stimme und Text reissen das Gehirn auf, die Emotionen kommen ungeschminkt. Sudden Infant ist Hardcore und Sensibilität, Abgrund und Menschlichkeit, Irritation und Klarheit. Das aktuelle Album „Wölflis Nightmare”, erschienen auf Voodoo Rhythm Records, steht wie ein Findling in der musikalischen Landschaft der herrschenden Harmlosigkeit. (Pirmin Bossart/WoZ)

Artist Residencies in Berlin (1998), London (2004), Cairo (2012).

Workshops und Lectures an der Musik Akademie Luzern, Universitat fair Musik und darstellende Kunst Wien, Universtitat Stellenbosch, Contemporary Art Centre Vilnius. Nomination Swiss Music Prize (2015).

Unzählige Veröffentlichungen auf internationalen Labels u.a. Schimpfluch, Blossoming Noise, RRR, Voodoo Rhythm, Harbinger Sound, Tochnit Aleph, iDeal Recordings, Klanggalerie, Nihilist Records, Marhaug Forlag.

Festivals und Tourneen in Europa, USA, Mexico, Israel, Japan, Taiwan, Hong Kong, Südafrika.

suddeninfant.com

Hendrik Vinyl – Cut’n go ahead

Geboren 1982 als Hendrik Dingler, trat dieser von 1998 – 2007 als DJ und Turntablist (DJ Handtrix) innerhalb Deutschlands auf. 2005 machte er seinen Abschluss als Audio Engineer an der SAE (School of Audio Engineering) in Frankfurt/M. Von 2006 bis 2013 studierte er Elektronische Komposition bei Prof. Dirk Reith und Visualisierung bei Prof. Dietrich Hahne am ICEM (Institut für Computermusik und Elektronische Medien) der Folkwang Universität der Künste in Essen sowie bei Dr. Michael Harenberg an der HKB (Hochschule der Künste Bern) in der Schweiz.

Selbst programmierte Klang-Transformations Verfahren, gesteuert und gefüttert von Schallplattensignalen und Scratches bilden die Grundlage des Systems „Cut’n go ahead“, welches den Abschluss seines Studiums der Elektronischen Komposition markiert.

Kompositionen und Aufführung von ihm wurden bereits an unterschiedlichen Orten und Festivals in Deutschland, der Schweiz, Canada, Irland und China gespielt.

Seit dem Abschluss seines Studiums lebt und arbeitet er in Frankfurt am Main.

hendrikdingler.de

13.11.2017, doors open at 20:00, starts at 20:30
Admission 5€
INM – Institut für Neue Medien, Schmickstraße 18, 60314 Frankfurt am Main
inm.de

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